Zunächst möchte ich paar einleitende Worte zur Frage, warum ich glaube, dass hier ein längerer biografischer Artikel angemessen und gar in gewisser Weise nötig ist, schreiben: Zum einen ist es freilich so, dass diese Erzählung, in der sich die Stationen meines Lebens als in einem Sinnzusammenhang verbunden zeigen, in mir ein gutes Gefühl auslöst. Es fühlt sich innerlich stärkend an, mein Leben als sinnvoll und – zumindest für mich – bedeutsam aufzufassen. So betrachtet wird mein Leben gewissermaßen zu meiner ganz persönlichen Heldinnenreise und nicht einfach nur zu einer chaotische Ansammlung von Ereignissen. Zudem kann man davon ausgehen, dass meine philosophische Tätigkeit von meiner Art des In-der-Welt-Seins nicht loszulösen ist (worauf der methodische Konstruktivismus mit Recht ganz grundsätzlich hinweist). Mein In-der-Welt-Sein und meine philosophische Tätigkeit haben ein dialektisches Verhältnis zueinander. Allerdings könnte ich mir all das auch privat und im Stillen denken und hier einfach meine philosophische Arbeit präsentieren. Nun ist es aber so, dass ich mit einem Report über einen recht abenteuerlichen Teil meines Lebens bereits an die Öffentlichkeit gegangen bin und man nur meinen Namen googeln muss, um an die entsprechenden Infos zu kommen (für Faule: voilà). Durch meine Offenheit hier möchte ich proaktiv damit umgehen, dies in den Kontext meines grundsätzlichen Strebens nach Erkenntnis stellen und damit etwaigen Unterstellungen oder Framings zuvorkommen.

Seit ich mich erinnern kann, faszinieren und beschäftigen mich philosophische Fragestellungen. Wer bin ich? Was ist Wirklichkeit? Was ist Materie? Was ist Bewusstsein? Was ist die Welt? Warum ist Welt und warum bin ich (an und für sich und in der Welt)? Was ist Zeit und existiert eine Ewigkeit jenseits der Zeit? Mit vier Jahren betrachtete ich verwundert mein Gesicht im Spiegel und fragte mich, warum ich so aussehe wie ich aussehe und wo ich war, als die Dinosaurier auf der Erde gelebt hatten. Bereits mit elf Jahren schrieb ich erste philosophische Reflexionen über derlei philosophische Fragen in mein Tagebuch und natürlich verschlang ich auch den Roman „Sofies Welt“ von Jostein Gaarder mehrfach mit höchstem Genuss. Mein Wesen im Kontakt mit anderen Menschen sowie meine begeisterte Beteiligung im Philosophieunterricht auf dem Gymnasium brachten mir den Ruf ein, die Philosophin der Schülerschaft zu sein – ob mit Recht oder Unrecht, lasse ich mal dahingestellt.

Außerdem liebe ich es seit Kindertagen, Musik zu machen. Ich bin als Tochter einer Musikerin aufgewachsen und habe mir, teils autodidaktisch, teils mithilfe meiner Mutter oder anderer Lehrer, im Lauf meiner Kindheit und Jugend das Spiel auf zahlreichen Instrumenten angeeignet. Mein Hauptinstrument war allerdings lange Zeit die Geige. Mit acht Jahren fing ich auf eigenen Wunsch hin an, Geigenunterricht zu nehmen und bin als sehr gute Violinistin mit Jugendorchestern wie dem Landesjugendorchester NRW, der Jungen Kammerphilharmonie NRW und anderen weit herumgekommen. Der Weg des Geigenstudiums und meiner Karriere als Musikerin schien vorgezeichnet. Einen Tag vor der ersten Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule warf ich allerdings das Handtuch und ließ alle Aufnahmeprüfungen sausen, fiel dies doch zusammen mit der Zeit einer existenziellen philosophischen Bedrängnis. Ich fand in mir weder den Mut noch die innere Festigkeit, mich der harten Konkurrenz im Fach der klassischen Violine zu stellen. Der Leistungsdruck lastete zu sehr auf mir und ich hatte erhebliche Zweifel ob der Sinnhaftigkeit meines Tuns, wollte ich doch eher mit brennender Unbedingtheit das Rätsel meiner Existenz und der Existenz der Welt lösen. Was sollte da dieses eitle, kalte Leistungsstreben, für das ich ohnehin nicht das psychologische Rüstzeug mitbrachte (so meine damalige Sicht)?

Dennoch wollte ich zunächst nicht Philosophie studieren, denn das Philosophieren – und zu einem Großteil auch die Reaktion meines sozialen Umfelds auf meine Erkenntnissuche, aber das konnte ich damals noch nicht ausreichend differenzieren – hatte mich an den Rand der Verzweiflung gebracht. So erlebte ich, ausgelöst durch den Tod meiner lieben Oma, meine erste existenzielle Krise kurz nach dem Abitur dadurch, dass ich mich in innerhalb meines Umfelds beispielloser Intensität mit der Frage beschäftigte, was der Mensch ist, ob etwas von ihm nach seinem Tode übrig bleibt und wenn ja, was. Dabei sah ich zwei Möglichkeiten: Entweder das Bewusstsein bleibt – in welcher Form auch immer – erhalten oder es verlischt. Bei dem Versuch des innerlichen Hineinversetzens in jedwede Möglichkeit erlebte ich namenlose Furcht, ein Erzittern der Grundfesten meiner Existenz. Ein ewiges Sein ohne Anfang und Ende – ob „innerhalb“ eines unendlich fortschreitenden Zeitpfeils oder jenseits davon – schien mich genau so zu verschlingen wie die Vorstellung des vollständigen Verlöschens meines Seins. Ich stellte mir selbst und meinem Umfeld mit äußerster Dringlichkeit die Fragen „Wer – und wo – bin ich in vier Milliarden Jahren?“ und stieß auf mild entrüstetes Unverständnis oder auf kraftlose Antworten, die mir als bloße unhinterfragte Glaubenssätze aus den institutionalisierten Religionen schienen, aber nicht auf den Funken der Erkenntnis, dessen Überspringen ich mir so sehr erhoffte. Einzelne Strohhalme waren mir Gespräche mit meiner Mutter und ein Gespräch mit dem christlichen Pastor des Hospizes, in dem meine Oma zum Sterben lag, aber Erstere war ebenjene Person, von der ich mich gerade insgesamt zu emanzipieren versuchte und Zweitere begründete eben nicht rational, sondern auf Basis seines Offenbarungsglaubens. Das reichte mir nicht. Die inbrünstige und vermutlich von außen irrwitzig wirkende Suche nach Antworten auf diese Fragen wurde mir so lebensbestimmend, dass sich manche Menschen in meinem Umfeld Sorgen machten, dass ich mir etwas antun könnte. Das hatte ich nie vor (und das hätte eigentlich auch klar sein können, wenn man mir aufmerksam zugehört hätte, denn mein Problem war ja gerade das Problem des Verbleibs des Bewusstseins nach dem Tode – besonders das Sein nach dem Tod erschütterte mich ja so ob seiner unausweichlichen Dilemmahaftigkeit), dennoch war ich froh um die Atempause, die mir ein dreimonatiger, letztlich dann doch freiwilliger Psychiatrieaufenthalt bescherte. In dieser Zeit stieß ich auch auf die Disziplin der Nahtodforschung und allen voran die Bücher von Raymond Moody, die mir in dieser Zeit Auftrieb sowie erste fundierte Ansätze der so dringend gesuchten Antworten gaben. Hier sprang der Funke über. Meine Faszination für das Feld der Nahtodforschung ist bis heute ungebrochen.

Weil ich aber in meinem persönlichen Umfeld nach wie vor niemanden fand, mit dem der Austausch über diese Fragen in der von mir ersehnten Tiefe möglich gewesen wäre, wuchs in mir der Wunsch, mich für andere und neuartige Kanäle der Erkenntnis zu öffnen. Durch intuitive Eingebung wandte ich mich nach einer kurzen postpsychiatrischen Chaos-Phase dem (Neo-)Tantra zu, wie er hier im Westen gelehrt wird, wozu auch die Tantramassage gehört. Dies veränderte mein Leben auf radikale und zutiefst positive Weise. Im Kontakt mit dieser Lebensphilosophie und Menschen, die dies gemeinsam mit mir praktizierten, erwachte in mir eine Lebendigkeit, Lebensfreude und -liebe, wie ich sie nie zuvor erlebt hatte. Die drückende Schwere der Fragen schien verschwunden, die Antworten momenthaft erlebnismäßig fühlbar – und es war gut. So absolvierte ich neben einer Ausbildung zur Psychologischen Beraterin an der Paracelsus Heilpraktikerschule in Essen eine Ausbildung zur Tantramasseurin TMV® und arbeitete ein paar Jahre so erfolgreich wie glücklich als Tantramasseurin mit psychologischem Hintergrund – können doch in der Tantramassage, wenn es gelingt, eine Atmosphäre der Geborgenheit und der Vertrautheit zu kreieren, immer auch emotionale Verletzungen und schmerzhafte Erinnerungen hochkommen und dort in diesem einzigartigen Rahmen auch oftmals versöhnt oder losgelassen werden. Eine weltanschauliche Einengung, Sektierertum oder Immunisierung gegenüber Kritik erlebte ich in jenen tantrischen Kreisen, in denen ich mich bewegte, übrigens nicht. Es wurden im besten Sinne liberale, respektvolle und achtsame Umgangsformen gepflegt, gleichwohl ich weiß, dass es in der Tantraszene auch weniger rühmliche Beispiele gibt. Bis heute verbindet mich mit einigen Menschen, die ich in dieser Zeit kennengelernt habe, eine tiefe Freundschaft und Verbundenheit.

Leider kriselte es aber in der Beziehung zu meinem damaligen Lebenspartner nicht zu knapp (nein, nicht, weil ich Tantramasseurin war, das war er nämlich selber) und auch unser nahes Umfeld blieb von unseren Schwierigkeiten nicht unberührt. Auf Deutsch gesagt: In unserer Vierer-WG waren alle mit den Nerven am Ende. Daher gelang es unserer Freundin aus diesem unseren nahen Umfeld auch, mich davon zu überzeugen, einen spirituellen Lehrer aufzusuchen, den sie kürzlich kennen gelernt hatte und von dessen Meisterschaft sie restlos überzeugt war. Das tat ich dann auch und entschied mich für einen neuen Weg – mit wieder einmal für mich typischer Intensität, mit der allerdings weder meine Freundin, noch ich im Vorfeld gerechnet hätten: Letztlich gab ich meinen Beruf als Tantramasseurin und meinen alten Wohnsitz auf, um zu dem Lehrer, der sich schon bald darauf Guru nannte, und der dazugehörigen Gemeinschaft in den Ashram zu ziehen. (Ein Ashram ist eine klosterähnliche Einrichtung, in der Menschen einer Glaubensrichtung zusammen leben und ihre spirituellen Übungen praktizieren.) Zunächst erlebte ich mein neues Leben auch als sehr erfüllend und ich wurde nicht zuletzt wegen meiner musikalischen Fähigkeiten mit Kusshand aufgenommen. Ich erlebte einen wahren Inspirationsschub und komponierte in der ersten Zeit dort über 40 mehrstimmige bis hin zu choralen Vertonungen von hauptsächlich vedischen Mantren, die von den Menschen in der Gemeinschaft heiß geliebt wurden. (Mantren sind kurze Formeln kraftspendender Worte, die oft zur Meditation verwendet werden und die Veden sind Sammlungen antiker mystischer Texte, deren zunächst mündliche Überlieferung gemäß dem heutigen Kenntnisstand ca. 1200 v. Chr. im nördlichen Indus- und Gangesgebiet ihren Anfang nahm. Auf ihnen basiert der Yoga in seinen verschiedenen Ausformungen, aber auch der Religionskomplex des Hinduismus insgesamt.) Das gemeinsame Musizieren war wirklich traumhaft und die Konzerte, die daraus entstanden sind – zum Teil mit einem von mir gegründeten und geleiteten Chor -, kann ich auch heute nicht anders als mit „himmlisch schön“ bezeichnen. Grundsätzlich: Das Leben in einer (Wahl-)Gemeinschaft, in der die Mitglieder eine Verbindlichkeit füreinander und die Hingabe an ein gemeinsames Ziel an den Tag legen, hat unbestreitbar positive Aspekte. Wie gesagt, zunächst erlebte ich das Sein dort als äußerst sinnstiftend und beglückend. Die fundamentalen Fragen schienen beantwortet durch die Weisheit des Gurus, die Antworten in seiner Präsenz fühlbar. Durch die spirituelle Praxis in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten war das Ziel in Aussicht, eines Tages ebenso selbstverwirklicht diese Antworten zu verkörpern. Unser Leben war erfüllt von Liebe und Freude und nach wie vor komme ich nicht umhin, dem Ganzen genau deswegen ein Momentum Wahrheit zuzusprechen. Die Liebe, die zwischen uns floss, war echt und etwas jenseits jeder Erklärung Besonderes. Kritische Tendenzen, die ich dennoch auch schon recht kurz nach meinem Eintritt immer wieder beobachtete und die Zweifel, die mir daraus erwuchsen, konnte ich damals noch gut mit der innerhalb der Gemeinschaft gehegten Überzeugung beruhigen, dass sie Widerstände des Egos gegen das Erwachen seien: Das Ego will nicht sterben, genau dies geschieht aber beim Erwachen unweigerlich. Ich gründete zusammen mit meinem neuen Lebenspartner, den ich in der Gemeinschaft kennen gelernt hatte, sogar einen neuen Ashram in Bayern… Spätestens dort zeigten sich mir und meinem Lebensgefährten die problematischen Aspekte sowohl unserer Gemeinschaft als auch unseres Lehrers in unübersehbarer Deutlichkeit. Das konnten wir bald aus Gewissensgründen nicht mehr mittragen und so entschieden wir uns – nach zwei missglückten und ziemlich dramatisch verlaufenen Ausstiegsversuchen meinerseits einige Zeit vorher – endgültig für den Ausstieg. (Jetzt verbindet mich übrigens mit meinem damaligen „Prä-Guru-Lebenspartner“ eine echte Freundschaft, ebenso auch noch immer mit der Frau, die mich zu dieser Gemeinschaft geführt hat. Im Rückblick war es für uns alle ein erstaunliches, lehrreiches Abenteuer.) Die eher schmerzhaften Lektionen, die ich aus diesem Lebensabschnitt gelernt habe, können Sie wie oben bereits erwähnt in einem mehr als hundertseitigen Report nachlesen, den ich mit meinem Lebensgefärten verfasst habe, der gemeinsam mit mir kurz vor der Geburt unserer Tochter ausgestiegen ist. Es kommen darin auch einige andere anonymisierte Personen zu Wort, die ebenfalls die Gemeinschaft verlassen haben und danach wie wir noch lange Zeit an den dort implementierten Glaubenssätzen zu knabbern hatten. In näherer Zukunft wird dazu auch ein Interview auf Thanatos TV erscheinen, welches ich ebenfalls hier verlinken werde.

Die Endphase unserer Mitgliedschaft sowie die ersten zwei Jahre danach waren für mich im Rückblick eine zutiefst aufwühlende und zermürbende Zeit, zumindest in Bezug auf den ehemaligen Ashram, den wir aufgrund unserer verblendeten Vertrauensseligkeit noch zwei Jahre „an der Backe hatten“ und mit Mitmietern bespielen mussten, die wir uns aufgrund der Alleinlage nicht wirklich aussuchen konnten. Denn wir hatten keine schriftlichen Verträge mit den anderen Ashram-BewohnerInnen geschlossen und diese verabschiedeten sich nach unserem Ausstieg ziemlich schnell ohne jegliche Verbindlichkeiten in Richtung des anderen Ashrams. Wir jedoch waren zu schuldbewusst-angstvoll einerseits und zu beschäftigt mit unserer neugeborenen Tochter andererseits, um uns da über etwaige Rechte zu informieren und sie geltend zu machen. Für mich als junge Mutter, die eigentlich nur mehr mit dem Bemuttern ihres Babys beschäftigt sein wollte, war das alles eine ungeheure Ladung an Stress, vor allem auch, mit Leuten im eigenen Haus zusammen zu wohnen, mit denen es teilweise zu den abenteuerlichsten Zerwürfnissen kam. Wir erlebten bei unseren MieterInnen Verfolgungswahn, wiederausbrechende Alkoholsucht mit anschließendem Untertauchen inklusive Wegwerfen des Personalausweises und Mietprellung sowie ein Überlaufen einer Mieterin zu unserer Ex-Gemeinschaft, um nur drei Beispiele zu nennen. Ich denke, wir haben auch viel falsch gemacht, aber wir waren schlichtweg völlig überfordert mit der Gesamtsituation und haben stets unser Bestes gegeben. Mir hat dieser Lebensabschnitt insgesamt jedoch auch wertvolle Einsichten in meine eigene Psyche und die anderer Menschen sowie in die Funktionsweise sozialer Dynamiken gewährt. Ich habe in der Gemeinschaft erlebt, wie sich ein gemeinsames Weltbild sukzessive schließen und gegenüber Kritik und korrigierenden Impulsen immunisieren kann – und vor allem, wie es funktioniert, Einzelmenschen wie Gruppen emotional und kognitiv zu lenken. Die Zeit nach dem Ausstieg war allerdings einfach nur ein Durchhalten und Erfüllen unserer Vertragspflicht, bis wir endlich ausziehen durften. Aber vielleicht war Letzteres ja eine positive Lektion – zu lernen, für die eigenen Entscheidungen geradezustehen und auch die Konsequenzen der eigenen Fehler zu verantworten. Allerdings blieb uns auch gar nichts anderes übrig.

Glücklicherweise (!) hatte ich mich parallel dazu, dass ich mich auf den Guru-Trip eingelassen hatte, dazu entschieden, im Sommer 2016 das Bachelorstudium „Philosophy, Arts and Social Entrepreneurship“ an der Alanus Hochschule Alfter zu beginnen. Dadurch hielt ich immer meine Fähigkeit wach, Glaubenssätze und Überzeugungen zu hinterfragen sowie vor allem auch meiner rationalen Urteilskraft zu vertrauen (und ich beschäftigte mich intensiv mit Sartre und Camus, daher ziert der Name des Letzteren auch diesen Beitrag). Auch dies trug dazu bei, dass ich Ende 2018 schließlich den Absprung aus der Gemeinschaft schaffte – zusammen mit meinem Lebensgefährten und unserer Tochter in meinem Bauch. Im Herbst 2020 schloss ich mein Bachelorstudium mit der Gesamtnote 1,3 ab und begann danach, alles etwas verzögert durch die Corona-Maßnahmen, ein Masterstudium der Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg, welches derzeit noch läuft.

Neben meinem Masterstudium und meinem Hauptberuf als Mutter einer so bezaubernden wie aufgeweckten Tochter schreibe ich ein philosophisches Buch mit dem Arbeitstitel „Phänometrie. Ist Bewusstsein mathematisch greifbar?„. Es ist so gut wie fertig und ich bin derzeit auf der Suche nach einem Verlag für das Buch. Im obigen Link findet sich ein thematischer Überblick über das Buch. Die philosophischen Texte, die ich hier poste, sind teilweise Auszüge aus dem Buch und in dem Fall auch als solche gekennzeichnet. Wenn Sie Verleger oder Literaturagent sind und Ihnen meine Texte gefallen, melden Sie sich gerne!

Übrigens habe ich mich nach einer Phase der musikalischen Verstummung – und dies ist im wahrsten Sinne des Wortes zu verstehen, denn ich hatte 2017 eine teilweise Stimmbandlähmung entwickelt, die nach meinem Ausstieg aus der Gemeinschaft langsam geheilt ist – auch künstlerisch wieder gefangen und bringe es auch wieder übers Herz, die Mantren, die ich dort vertont habe, zu singen. Nach wie vor halte ich das Singen oder auch Chanten von Mantren für eine äußerst fruchtbare Praxis. Es zentriert den Geist und beruhigt das Gemüt. Mantrasingen macht Platz für Glücksgefühle. Sie kommen einfach hoch, wenn man lange genug singt. Ob es nur die Harmonien der Musik und die Aktivität des Singens sind, die dies auslösen oder ob auch die besondere Schwingung, die der Sprache Sanskrit nachgesagt wird, dazu beiträgt, vermag ich nicht final zu beantworten. Ebensowenig weiß ich sicher, ob die Gottheiten, die man dort meist besingt, nun echt in dem Sinne sind, dass sie a) personale, anthropomorphe Wesenheiten wie du und ich sind oder ob sie eher b) die Repräsentation apersonaler universaler Energien darstellen oder ob sie vielmehr c) Aspekte der menschlichen Psyche oder d) Archetypen eines kollektiven Unbewussten sind oder e) nichts von alledem oder f) einiges oder g) alles zugleich – aber ich weiß, dass das Chanten von Mantren einzigartig positive Effekte hat und das ist mir in diesem Fall Grund genug, um diese Praxis aufrecht zu erhalten. Dementsprechend habe ich meine Mantra-Kompositionen immer weiter verfeinert, aber auch durch „normale“ Songs ergänzt. Vor einer Weile war ich dann so zufrieden, dass ich begann, ein erstes Studioalbum mit einer Auswahl dieser Werke aufzunehmen. Voraussichtlich wird es im Herbst 2023 erscheinen. Auch auf diesem Blog wird davon zu lesen und zu hören sein.

Zum Schluss noch ein persönliches Wort, das ich vor allem aufgrund meiner bisherigen Lebenserfahrung mit Menschen, die allerlei Leid erzeugende Dinge im Namen der absoluten Wahrheit anstellen, anfügen will: Die Antwortversuche auf die fundamentalen Fragen nach der Natur des Bewusstseins und den Grundstrukturen der Wirklichkeit, die ich hier auf diesem Blog und auch in meinem Buch gebe, sind explizit als Diskursangebote und Hypothesen zu verstehen, nicht als Aussagen mit absolutem Wahrheitsanspruch. Freilich achte ich darauf, dass diese meine Diskursangebote und Hypothesen sowohl logisch konsistent als auch in Übereinstimmung mit der erfahrbaren Wirklichkeit und dementsprechend (hoffentlich) argumentatorisch stark sind – ganz im Sinne eines sorgfältigen wissenschaftlichen Arbeitens, welches sich in der philosophischen Disziplin der Ontologie eben auf die Grundstrukturen und -prinzipien des Seins bezieht. Auch wegen dieser im wahrsten Sinne des Wortes fundamentalen Thematik möchte ich an dieser Stelle, auch wenn es eigentlich selbstverständlich sein sollte, noch einmal ausdrücklich erwähnen, dass mir hier nicht daran gelegen ist, ein neues Glaubens- und Überzeugungssystem von unhinterfragbarer Gültigkeit aufzustellen. Ich lade daher herzlich zum Diskurs ein, auch über die Kommentarfunktion dieser Seite!